Bankhaus Scheich verkauft für Hessen Kryptogeld im Wert von 100 Millionen Euro

  • Die frankfurter Generalstaatsanwaltschaft hat durch den Verkauf beschlagnahmter Kryptowährungen 100 Millionen Euro für Hessens Staatskasse hereingeholt. Die Einnahme geht zurück auf einen Fahndungserfolg der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT). Eine dreiköpfige Bande hatte via Darknet Drogen in erheblichem Umfang verkauft, zahlbar in insgesamt zehn verschiedenen Kryptowährungen. 2019 flog die Sache auf, die Bandenmitglieder wurden zu Haftstrafen von fünf bis acht Jahren verurteilt. Dass die Strafen nicht höher ausfielen, hing auch damit zusammen, dass die Bande den Ermittlern freiwillig ihre private Keys aushändigte.


    Beim Verkauf helfen sollte das Bankhaus Scheich, welches mit Kryptowährungen in Milliardenhöhe handelt und haben ein großes Netzwerk hat.


    Die Scheich-Bank hörte im Auftrag des Landes Hessen in den Markt hinein und schlug das in zehn verschiedenen Kryptocoins versteckte Geld los – kommissionsfrei, wie Vorstand Ziganke versichert. Sein von der Finanzaufsicht Bafin reguliertes Institut dürfte dafür am Kursunterschied zwischen Angebot und Nachfrage nach den Coins, der sogenannten Geld-Brief-Spanne, verdient haben, wobei fraglich ist, wie der Ausführungskurs zu welchem Zeitpunkt war. Dies wurde nämlich leider nicht mitgeteilt.


    Da das Geld aus kriminellen Geschäften stammt, mussten die Kryptowerte allerdings zunächst einem speziellen Verfahren unterzogen werden, damit sie auf Kryptobörsen überhaupt wieder gehandelt werden können. Dieses Verfahren, das auf der Zusammenarbeit mit speziellen Dienstleistern basiert, nennt man auch »White-Listing«. Die Dienstleister analysieren dafür die Blockchain und markieren Kryptowerte, die aus kriminellen Geschäften stammen.


    Derart gereinigt, konnte die Scheich-Truppe die Coins loswerden. Etwa 20 Kunden der Bank schlugen im Telefonhandel zu – angesichts des Umfangs der Deals keine Privatpersonen, sondern andere professionelle Kryptowährungs-Händler. Es ist in Deutschland das erste Mal, dass es zu einer derart hochvolumigen Verwertung beschlagnahmter Kryptowerte gekommen ist.

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